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Literatur in Winterthur

«Valentin las auch deshalb so gern, weil er fest daran glaubte, dass man durch nichts auf der Welt so viele Leben neben- und nacheinander leben konnte wie durch das Lesen.»


Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen

Aktuell
Das Herbstprogramm 2020 ist da / COVID-19 Schutzmassnahmen

Liebe Mitglieder
Liebe Interessenten und Interessentinnen

 

Wir freuen uns, in dieser aussergewöhnlichen Zeit das Saisonprogramm für die kommende Herbstsaison 2020 präsentieren zu dürfen. Aufgrund der nach wie vor heiklen Lage mit dem Coronavirus und den gelten Vorgaben des Bundes und des Kantons müssen die Veranstaltungen unter Einhaltung eines Schutzkonzeptes durchgeführt werden. Das genaue Schutzkonzept für die Lesungen der Literarischen Vereinigung Winterthur ist hier einsehbar. Die zwei wichtigsten Schutzmassnahmen sind a) eine Maskentragepflicht und b) die Aufnahme der Personendaten für ein allfälliges Contact Tracing.

 

Wir danken für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen gute Gesundheit.

*Keine Reservationen mehr möglich* Rolf Lappert – «Leben ist ein unregelmäßiges Verb»

Eingeführt von Claudio Notz
In Zusammenarbeit mit Zürich liest ’20

Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten. Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Und leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende. Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht? In seinem ganz eigenen zärtlich-lakonischen Ton erzählt Rolf Lappert, wie man sich von seiner Kindheit entfernt, ohne sie jemals hinter sich zu lassen.

 

Rolf Lappert wurde 1958 in Zürich geboren und lebt in der Schweiz. Er absolvierte eine Ausbildung zum Grafiker, war später Mitbegründer eines Jazz-Clubs und arbeitete zwischen 1996 und 2004 als Drehbuchautor. Zuletzt war Lappert mit dem Roman Über den Winter in der Literarischen.

23.10.20, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Franz Hohler – «Fahrplanmäßiger Aufenthalt»

Eingeführt von Ruth Loosli

Neuer Austragungsort: Alte Kaserne (s. links)

 

Das Schreiben Franz Hohlers ist immer auch ein Reisen. Nicht selten entsteht es unterwegs, an Bahnhöfen oder Flughäfen, im Gehen oder Warten. Fahrplanmäßiger Aufenthalt versammelt die neueste Kurzprosa dieses grossen Meisters der kleinen Form. Die Erzählungen führen in die Ferne, nach Sarajevo, Kenia, Odessa oder auf den Maidan nach Kiew. Sie führen aber auch in einen Wartesaal am Bahnhof Schwäbisch Hall oder zur Birke vor dem eigenen Haus. Brillant beiläufig und pointiert öffnen sie die Fenster in die Wirklichkeit, die fremde wie die eigene, und gleiten unversehens ins Phantastische. Sie erzählen davon, was sich in unserer immer kleiner werdenden Welt entdecken lässt, wenn man nur genau hinsieht.

 

Franz Hohler, geboren 1943 in Biel, aufgewachsen in Olten. Er studierte einige Semester Germanistik und Romanistik, danach widmete er sich ganz der Kunst. Sein Werk umfasst unter anderem Kabarettprogramme, Theaterstücke, Film- und Fernsehproduktionen, Kinderbücher, Kurzgeschichten, Romane und Gedichte.

01.11.20, 17.00 Uhr

Alte Kaserne, Türöffnung 16.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Valerie Fritsch – «Herzklappen von Johnson & Johnson»

Eingeführt von Andrea Weber

Alma hat einen Grossvater, der über seine Vergangenheit in Krieg und Gefangenschaft schweigt, und eine Grossmutter, die die Toten in Geschichten auferstehen lässt. Sie bekommt mit ihrem Partner einen Sohn, Emil, der keinen Schmerz empfinden kann und damit «gegen die grundlegendste aller Regeln, gegen das Gesetz, dass die Geschichte des Menschen eine Geschichte des Schmerzes ist», verstösst. Valerie Fritsch bringt im Familienroman Herzklappen von Johnson & Johnson das Schweigen über vergangene Schuld und das Empfinden von Schmerz zusammen. Wie im Buch die liebevollen Eltern ihrem Kind mit Vergleichen den Schmerz vorstellbar machen wollen, lässt Valerie Fritsch Leser und Leserin mit ihrer poetisch genauen und bildhaften Sprache die Figuren und Orte dieser Familie miterleben.

 

Valerie Fritsch, 1989 in Graz geboren, wuchs in Graz und Kärnten auf. Nach ihrer Reifeprüfung 2007 absolvierte sie ein Studium an der Akademie für angewandte Fotografie und arbeitet seither als Fotokünstlerin. Sie ist Mitglied des Grazer Autorenkollektivs plattform. Publikationen in Literaturmagazinen und Anthologien sowie im Rundfunk. 2015 erschien Winters Garten im Suhrkamp Verlag. Sie lebt in Graz und Wien.

16.11.20, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei