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Literatur in Winterthur

«Valentin las auch deshalb so gern, weil er fest daran glaubte, dass man durch nichts auf der Welt so viele Leben neben- und nacheinander leben konnte wie durch das Lesen.»


Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen

Aktuell
Das Herbstprogramm 2020 ist da / COVID-19 Schutzmassnahmen

Liebe Mitglieder
Liebe Interessenten und Interessentinnen

Leider entwickelt sich die Lage der Pandemie nicht auf erfreuliche Weise. Dies führt dazu, dass wir die Veranstaltung mit Franz Hohler vom 1.11.20 in die nächste Saison verschieben müssen. Wir bitten Sie dies zur Kenntnis zu nehmen. Reservationen für das neue Veranstaltungsdatum bitten wir zum gegebenen Zeitpunkt nochmals neu vorzunehmen.

Für die weiteren Veranstaltungen werden wir die Situation erneut evaluieren. Es gelten die Vorgaben des Bundes und des Kantons, weshalb die Veranstaltungen  unter Einhaltung eines Schutzkonzeptes durchgeführt werden müssen. Das aktuelle Schutzkonzept für die Lesungen der Literarischen Vereinigung Winterthur ist hier einsehbar. Die wichtigsten Schutzmassnahmen sind a) genügend Abstand, b) eine Maskentragepflicht und c) die Aufnahme der Personendaten für ein allfälliges Contact Tracing.

 

Wir danken für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen gute Gesundheit.

Reto Hänny – «Sturz»

Moderiert von Evelyn Schertler Kaufmann

Auf fast 600 Seiten liest sich Sturz als Geschichte (s)einer Schriftstellerwerdung, angelegt als Epos, das vielerlei Rhythmen, Tempi und Tonarten birgt und beim Selbstlesen ins Extreme führt. Also lassen wir uns dieses vorlesen! Der Autor ist ein Sprachberauschter, Verrückter, Magier, dessen Sätze sich dank waghalsiger Länge und Helvetismen wie «Gespräche beim Kiffen« (NZZ, 26.4.20) jedem Formwillen entziehen. In ihrer Strahlkraft entführen sie in einen selbstvergessenen Sog, der betrunken macht. «Alle Kinder können fliegen, wenn ihnen die Erwachsenen nicht dazwischenfunken», meint der Erzähler und lässt den Bub vom Land in die Stadt im Tal stürzen, wo er «in die Welt hinausgeht und das Fürchten und das Staunen lernt». Vom Flugpionier Louis Blériot bis zu den Luftschlachten des Ersten Weltkriegs erweist der Autor dem Fliegen eine virtuose Referenz.

 

Reto Hänny, geboren 1947 in Graubünden, debütierte mit Ruch (1979) und erregte mit Zürich, Anfang September, eine Reportage über die Zürcher Jugendunruhen, 1980 Aufsehen. Neben seinem intensiven Interesse an Musik und bildender Kunst schuf er ein dichtes literarisches Werk: Blooms Schatten (2014) – der Ulysses in einem Satz – und zuletzt Sturz (2020). Er lebt in Zollikon, Berlin und Graubünden.

30.11.20, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Sascha Garzetti – «Mund und Amselfloh»

Eingeführt von Claudio Notz

Wer sich von der Sprache packen lässt, schwingt sich mit Sascha Garzettis Gedichten zu einer Reise auf. Da sind Gedichte aus den Parks der Grossstädte Europas: Paris, Istanbul, Stockholm, Oslo. Man flaniert, lässt den Blick schweifen und hört Gesänge. Am Grab von Gertrude Stein dreht sich das lyrische Ich und umkreist den Schlaf «wie Wörter am Zeilenfaden». Der Dichter beobachtet präzise und kommentiert scharfsinnig, geht Spuren nach und legt selbst Fährten. Umtriebig wird zu einer Sprache, was ungeübten Beobachtern entschwände. Präsent ist auch immer das Sinnieren über die Wirklichkeit: «Was sie verliert, verwildert / in die Sprache hinein».

 

Sascha Garzetti, geboren 1986 in Zürich, lebt und arbeitet in Baden. Studium der Germanistik, Geschichte und Nordistik. Gedichtbände: Vom Heranwachsen der Sterne (2010), Und die Häuser fallen nicht um (2015), Mund und Amselfloh (2018).

14.12.20, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt:  20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei