Eingeführt von Adriana Rey
Dass der Ich-Erzähler dieses Romans in der Psychiatrie landen würde, war absehbar. Erstaunlich ist eher, dass er dort als Therapeut ankommt und nicht als Patient, denn seine Familiengeschichte ist geprägt von schwersten psychischen Krankheiten. Getrieben von der Angst, selbst den Verstand zu verlieren, flüchtet sich der Erzähler in verschiedene Städte, in Bücher und in ein Theaterstudium, bevor er sich für die Psychologie entscheidet. Doch sowohl bei der Betrachtung seiner Patienten als auch seiner Verwandten kommen ihm zuweilen Zweifel: Wie lässt sich eigentlich festlegen, was wir als «normal» und was als «krank» bezeichnen – und wer sich wem anzupassen hat? Leichtfüssig, medizinisch und kulturhistorisch bestens informiert und gespickt mit Sätzen, die zum Innehalten und Nachdenken anregen, führt uns der Erzähler durch die Geschichte der Psychiatrie und die seiner eigenen Familie.
Leon Engler, geboren 1989, wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Leon Engler ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben.
29.09.2026
19.30 Uhr
Coalmine Café, Turnerstrasse 1, 8401 Winterthur
Tickets CHF 20.- / CHF 10.- mit Legi oder Kultur-Legi / gratis für Mitglieder